Mikro Fuzz
Bei der Erstgeburt unserer neuen Reihe zielen wir weniger auf bestimmte Genres als einen Zustand ab: Irgendwo zwischen lauten Gitarren und Bass, Kontrollverlust und der festen Überzeugung, dass Lärm Lebensphilosophie ist. Stilgrenzen? Brauchen wir nicht. Hauptsache, es scheppert und fühlt sich richtig an. Obendrauf verkauft das Haus noch Fuzz Beer für 3,50€, fast wie in den 90ern.
Space Schädel (Berlin/Leipzig)
Klingt, als hätte man einen Sprinter vollgepackt mit Amps, Synthies und Schlagzeug, ins All geschossen und das Handbuch mit dem Titel ‚Don’t Panic‘ gleich hinterher. Zwischen kosmischem Lärm und treibenden Drums entsteht ein Sound, zu dem man tanzen will, auch wenn niemand so genau weiß, auf welchem Planeten man gleich landet.
Die Band bewegt sich irgendwo zwischen konzentrierter Versunkenheit und tiefem Grinsen – als wüssten sie selbst nicht ganz, was als Nächstes passiert, aber genau das ist der Plan. Jedes Bandmitglied bringt seinen eigenen Sound mit auf die Reise und zusammen hebt das Ganze zuverlässig ab.
Kaos (Berlin)
Liefert schnellen, dreckigen Punk mit ordentlich Druck nach vorne. Laut, direkt und ohne viel Schnickschnack – ihre Songs fühlen sich an wie ein spontaner Ausbruch aus dem Alltag, bei dem am Ende alle ein bisschen mehr Chaos im Kopf haben als vorher.
Auf der Bühne geht es weniger um Perfektion als um Energie: kurze, knackige Tracks, die sofort zünden und keinen großen Umweg machen. Wer still stehen bleibt, macht wahrscheinlich etwas falsch.
DJ Marc (Berlin)
Unsere inhouse Allzweckmaschine Marc Bellia versüßt uns im Anschluss den Abend mit experimentellem Sound irgendwo zwischen Breakbeat, Jungle, Kraut und Psychodelica. Das Fuzz Beer soll ja auch noch weiter genossen werden.